Karin Horn

 

 

 

Es hatte dieses Jahr wirklich den Anschein, als ob man den Karneval nicht mehr haben wolle, oder ihn nur noch duldet.

Die Absperrung unter dem Dogenpalast mit der Bemerkung, dass bei solchen Festen ganz viel kaputt ginge.

Doch bestimmt nicht von den eleganten Masken, die ein stilles stilvolles Maskenfest veranstalten, eher von diesen von der Stadt seit Jahren veranstalteten Techno Musikveranstaltungen, deren Schall die ganze Stadt erschüttert und so eher zum Abbrechen vom Stilelementen an Palästen beiträgt. Zumal dies Art von Karneval wie diese Bühne mit merkwürdigen Veranstaltungen am Nachmittag wie irre lauter Musik die Stadt nicht in ihrer Form würdigt. Es ist nicht zu verstehen, warum man nicht wie vor Jahren mit klassischer Musik, kleinen Bühnenstücken von Goldoni einen Karneval zelebriert, wie es zu einer Stadt wie Venedig passen würde.

Dann diese Haie von Restaurantbesitzern, mit blinkenden Dollarzeichen in den Augen. Noch kaum haben wir ein Restaurant gefunden, in dem man ein einigermaßen gutes Essen zu einem annehmbaren Preis findet, und ich fahre immerhin schon seit 13 Jahren zum Karneval. 70.-Euro für 3mal Pizza, Wasser und 3 Espresso ist da schon fast billig. Man erlebt, dass es keine Karte gibt, der Chef persönlich etwas empfiehlt, nichts besonderes, man glaubt ein Laden ohne Tischdecken , ganz schlicht in der Einrichtung, die Welt kann das nicht kosten und mit 140.- Euro für eine gemischten Vorspeise für 3 Personen verlässt man dann diese Kneipe. Oder man erlebt, dass für das Gleiche italienische Gäste weit weniger bezahlen, aber eine Reklamation endete bis jetzt immer mit Androhung von Polizei.

Auch am Flughafen: Die hingebrachten Masken, wer fliegt, weiß was es heißt, die ohne Probleme in Frankfurt als Handgepäck möglich waren, sind jetzt fast nicht mehr in den Flieger zu bringen. Man wird von einer Instanz zur anderen geschickt keiner fühlt sich richtig zuständig. Man spricht davon, dass der Kapitän der Maschine persönlich erscheinen muss, um sein wahrscheinlich nicht mögliches Ok für diese Art von Gepäck zu geben. Erst nach 1-stündigem zähem Verhandeln, insistierendem Nachfragen, mehrmaligen hin und her zwischen Check- in Schalter und der Kontrolle am Sicherheitssafe ist ein Durchkommen möglich.

Man hat seine Ansprüche, was Wohnen und Essen betrifft und die dafür anfallenden Kosten ja schon auf ein Minimum reduziert, auch die Erwartungen dass man für 200 verteilte Visitenkarte, trotz heiliger Versprechen der Fotografen (der Veranstalter dieser Seite ausgenommen) vielleicht 4 Bilder erhält, obwohl ich dachte, digital müsste sich doch dieser Rücklauf eigentlich erhöhen. Tut er aber nicht.

Trotzdem bin ich bis jetzt immer wieder mit neuem Kostüm gefahren, weil die Freude in den Gesichtern derer, die sich verzaubern lassen, mir mehr wert war. Aber im Moment denke ich, alle Masken müssten sich zusammenschließen, zusammen könnte man erreichen, dass etwas anderes geschieht. Dieses Jahr sprachen schon viele von 50% weniger Gästen und Masken. Es wäre interessant was passieren würde, wenn wir alle einfach nicht mehr hinführen.

www.karinhorn.de